Fördermittel für Gründer: 5 Finanzierungsideen für den Start in die Selbstständigkeit

Eine gute Geschäftsidee ist wichtig. Aber ohne Geld bleibt sie oft nur ein Plan. Gründerinnen und Gründer brauchen Kapital für Lebensunterhalt, Ausstattung, Website, Software, Maschinen, Warenlager, Miete, Marketing, Beratung, Versicherungen und die ersten Monate ohne stabile Einnahmen.

Genau hier können Fördermittel helfen. Es gibt Zuschüsse, geförderte Kredite, stille Beteiligungen, Coachingprogramme und spezielle Hilfen für Gründer aus Arbeitslosigkeit, Hochschulen oder kleinen Unternehmen. Wichtig ist aber: Nicht jede Förderung passt zu jeder Gründung.

Wer aus Arbeitslosigkeit gründet, braucht andere Programme als jemand, der nebenberuflich startet. Eine Handwerksgründung braucht andere Finanzierung als ein digitales Start-up. Eine Unternehmensnachfolge hat andere Anforderungen als ein Online-Shop. Und ein innovatives Hochschul-Start-up kann andere Programme nutzen als ein lokaler Dienstleister.

Dieser Artikel zeigt fünf Finanzierungsideen, die Gründerinnen und Gründer in Deutschland prüfen sollten – mit klarer Einordnung, für wen sie passen, welche Vorteile sie bieten und welche Fehler vermieden werden müssen.

Eine allgemeine Übersicht zu Förderarten, Zuschüssen und Finanzierungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite Finanzielle Fördermittel.

Der wichtigste Grundsatz: Erst Förderung prüfen, dann starten

Viele Fördermittel müssen vor Beginn beantragt werden. Wer zuerst Gewerbe anmeldet, Verträge unterschreibt, Maschinen kauft oder einen Mietvertrag abschließt und erst danach nach Förderung sucht, kann Chancen verlieren.

Deshalb gilt: Erst Gründungsvorhaben prüfen, Businessplan schreiben, Förderfähigkeit klären, Beratung nutzen, Antrag stellen und Bewilligung abwarten. Erst danach sollten verbindliche Investitionen erfolgen, wenn das jeweilige Programm dies verlangt.

Außerdem wichtig: Fördermittel sind keine Garantie auf Erfolg. Sie ersetzen keine Kunden, kein tragfähiges Geschäftsmodell und keine saubere Kalkulation. Gute Förderung unterstützt eine gute Gründung. Sie rettet aber keine schlechte Geschäftsidee.

Finanzierungsidee 1: Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit

Der Gründungszuschuss ist eine der bekanntesten Förderungen für Menschen, die aus dem Bezug von Arbeitslosengeld in die Selbstständigkeit starten möchten. Er soll helfen, den Lebensunterhalt in der Anfangsphase zu sichern, wenn noch keine stabilen Einnahmen vorhanden sind.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit müssen Antragsteller unter anderem Arbeitslosengeld beziehen, die Selbstständigkeit hauptberuflich ausüben und zu Beginn der Selbstständigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Zusätzlich muss die Tragfähigkeit des Vorhabens in der Regel durch eine fachkundige Stelle bestätigt werden.

Der Gründungszuschuss ist besonders interessant für Menschen, die bereits berufliche Erfahrung haben, eine konkrete Geschäftsidee besitzen und aus Arbeitslosigkeit heraus ernsthaft gründen möchten.

Für wen passt diese Finanzierungsidee?

Der Gründungszuschuss passt vor allem für Arbeitslose mit Anspruch auf Arbeitslosengeld, die hauptberuflich gründen möchten. Typische Beispiele sind Berater, Handwerker, IT-Dienstleister, Kreative, Coaches, Agenturen, freie Berufe, lokale Dienstleister, Online-Unternehmer, Fotografen, Trainer, Pflege- und Gesundheitsdienstleister oder Gründer mit beruflicher Vorerfahrung.

Was ist der Vorteil?

Der Vorteil liegt darin, dass der Lebensunterhalt in der Startphase unterstützt werden kann. Das ist oft wichtiger als ein Investitionskredit. Denn viele Gründer scheitern nicht an der Geschäftsidee, sondern daran, dass sie in den ersten Monaten private Kosten, Krankenversicherung und laufende Ausgaben nicht tragen können.

Was wird typischerweise benötigt?

Benötigt werden meist ein Businessplan, Rentabilitätsvorschau, Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan, Lebenslauf, Nachweise zur fachlichen Eignung und eine fachkundige Stellungnahme zur Tragfähigkeit. Fachkundige Stellen können zum Beispiel IHK, Handwerkskammer, Steuerberater, Unternehmensberater oder Kreditinstitute sein.

Wichtige Vorsicht

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung. Das bedeutet: Es gibt keinen automatischen Anspruch. Die Agentur für Arbeit prüft, ob die Selbstständigkeit tragfähig erscheint und ob die persönliche Eignung vorliegt.

Offizielle Informationen: Bundesagentur für Arbeit – Gründungszuschuss beantragen.

Finanzierungsidee 2: Einstiegsgeld vom Jobcenter

Das Einstiegsgeld ist eine Förderung für Menschen, die Leistungen vom Jobcenter beziehen und mit einer selbstständigen Tätigkeit ihre Hilfebedürftigkeit langfristig überwinden möchten.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit kann Einstiegsgeld für höchstens 24 Monate gezahlt werden. Es wird zusätzlich zu den regulären Leistungen ausgezahlt und nicht angerechnet. Die Förderung soll den Übergang in eine Beschäftigung oder Selbstständigkeit erleichtern.

Für Gründer aus der Grundsicherung kann Einstiegsgeld sehr wichtig sein, weil der Start in die Selbstständigkeit oft langsam beginnt. Einnahmen entstehen nicht sofort. Gleichzeitig müssen Website, Werbung, Werkzeug, Fahrtkosten, Telefon, Software, Versicherungen oder erste Materialien bezahlt werden.

Für wen passt diese Finanzierungsidee?

Einstiegsgeld passt für Menschen, die beim Jobcenter leistungsberechtigt sind und eine realistische Selbstständigkeit aufbauen möchten. Das kann ein Kleingewerbe, eine Dienstleistung, ein handwerklicher Betrieb, ein Online-Angebot, ein lokales Servicegeschäft oder eine nebenberuflich beginnende Selbstständigkeit sein, wenn sie perspektivisch aus der Hilfebedürftigkeit führen kann.

Was ist der Vorteil?

Der größte Vorteil ist die zusätzliche monatliche Unterstützung. Sie kann helfen, die schwierige Anfangsphase zu überbrücken. Außerdem kann das Jobcenter unter bestimmten Voraussetzungen weitere Leistungen zur Eingliederung in Selbstständigkeit prüfen.

Was wird typischerweise benötigt?

Benötigt werden meist ein tragfähiger Businessplan, Kapitalbedarfsplanung, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, Nachweise zur Qualifikation, eventuell eine fachkundige Stellungnahme und ein Gespräch mit der Integrationsfachkraft. Der Online-Antrag wird nach Beratung gegebenenfalls freigeschaltet.

Wichtige Vorsicht

Auch Einstiegsgeld ist keine automatische Zahlung. Das Jobcenter prüft, ob die Selbstständigkeit geeignet ist, die Hilfebedürftigkeit perspektivisch zu beenden. Der Antrag muss vor Aufnahme beziehungsweise vor entscheidenden Schritten gestellt werden.

Offizielle Informationen: Bundesagentur für Arbeit – Einstiegsgeld für Selbstständigkeit.

Finanzierungsidee 3: KfW ERP-Gründerkredit – StartGeld

Der ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW ist einer der wichtigsten Förderkredite für Gründer, Freiberufler, junge Unternehmen und Unternehmensnachfolger.

Die KfW nennt einen Kreditbetrag von bis zu 200.000 Euro. Davon können bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel genutzt werden. Finanziert werden können Investitionen und laufende Kosten, zum Beispiel Maschinen, Ausstattung, Einrichtung, Fahrzeuge, Warenlager, Miete, Personal, Marketing, Beratungskosten, Software oder der Kauf eines Unternehmens.

Der Kredit wird nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern über einen Finanzierungspartner. Das ist meist die Hausbank, Sparkasse, Volksbank oder eine andere Geschäftsbank.

Für wen passt diese Finanzierungsidee?

KfW StartGeld passt für Gründer, die Investitionen oder Betriebsmittel finanzieren müssen. Typische Beispiele sind Handwerksbetriebe, Gastronomie, kleine Produktion, Einzelhandel, Online-Shop, Dienstleister, Freiberufler, Pflege- und Gesundheitsangebote, Agenturen, Werkstätten oder Unternehmensnachfolger.

Was ist der Vorteil?

Der Vorteil liegt im Zugang zu einem Förderkredit mit öffentlicher Unterstützung. Besonders wichtig ist, dass auch Betriebsmittel finanziert werden können. Viele Gründer brauchen nicht nur Maschinen, sondern Geld für die ersten Monate.

Was wird typischerweise benötigt?

Die Bank möchte meist einen Businessplan, Kapitalbedarfsplan, Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplanung, Eigenmittelnachweis, persönliche Unterlagen, Schufa-Auskunft, Angebote, Lebenslauf und Informationen zur fachlichen Eignung sehen.

Wichtige Vorsicht

KfW StartGeld ist kein Zuschuss. Das Geld muss zurückgezahlt werden. Außerdem entscheidet die Hausbank mit. Ein Förderprogramm allein bedeutet nicht, dass die Bank den Kredit automatisch bewilligt.

Offizielle Informationen: KfW – ERP-Gründerkredit StartGeld.

Finanzierungsidee 4: Mikromezzaninfonds und Bürgschaften

Nicht jede Gründung bekommt problemlos einen Bankkredit. Häufig fehlt Eigenkapital. Oder die Bank findet das Vorhaben grundsätzlich gut, sieht aber zu wenig Sicherheiten. Genau hier können Mikromezzaninfonds und Bürgschaftsbanken helfen.

Der Mikromezzaninfonds Deutschland stärkt die Eigenkapitalbasis von Klein- und Kleinstunternehmen, jungen Unternehmen und Existenzgründungen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums stehen über den Mikromezzaninfonds III bis Ende 2029 insgesamt 75 Millionen Euro bereit.

Das Geld wird als stille Beteiligung bereitgestellt. Es ist also kein klassischer Zuschuss und auch kein normaler Bankkredit. Der Vorteil: Die wirtschaftliche Eigenkapitalbasis kann verbessert werden. Dadurch können weitere Bankkredite leichter möglich werden.

Zusätzlich können Bürgschaftsbanken helfen, wenn Sicherheiten fehlen. Sie übernehmen gegenüber der Hausbank einen Teil des Kreditrisikos. Dadurch kann ein Kredit eher zustande kommen.

Für wen passt diese Finanzierungsidee?

Diese Idee passt für Gründer mit tragfähigem Konzept, aber schwacher Eigenkapitalbasis oder wenigen Sicherheiten. Besonders interessant kann sie sein für kleine Unternehmen, Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Ausbildungsbetriebe, Nachfolger, Gründer aus Arbeitslosigkeit, Dienstleister, Handwerk, Handel, Gastronomie, soziale Unternehmen oder kleine Produktionsbetriebe.

Was ist der Vorteil?

Der Mikromezzaninfonds kann die Eigenkapitalstruktur verbessern. Bürgschaften können die Kreditvergabe erleichtern. Beides kann besonders dann helfen, wenn eine Hausbank grundsätzlich interessiert ist, aber wegen fehlender Sicherheiten zögert.

Was wird typischerweise benötigt?

Benötigt werden ein tragfähiger Businessplan, Zahlenplanung, Kapitalbedarf, Eigenmittel, persönliche Qualifikation, Investitionsplan, Rentabilitätsvorschau und eine realistische Einschätzung der Rückzahlungsfähigkeit.

Wichtige Vorsicht

Auch stille Beteiligungen und Bürgschaften sind keine Geschenke. Sie kosten Entgelte, müssen bedient werden und setzen wirtschaftliche Tragfähigkeit voraus. Sanierungsfälle und nicht tragfähige Gründungen werden in der Regel nicht gefördert.

Offizielle Informationen: BMWE – Mikromezzaninfonds Deutschland und Förderdatenbank – Mikromezzaninfonds Deutschland.

Finanzierungsidee 5: Coaching, Beratung und Hochschulgründung als indirekte Finanzierung

Nicht jede Finanzierungsidee besteht aus Geld auf dem Konto. Manchmal ist die beste Förderung eine Beratung, die teure Fehler verhindert. Ein falscher Preis, ein schlechter Mietvertrag, eine unklare Zielgruppe, ein schwacher Businessplan oder eine falsche Rechtsform kann mehr kosten als jede Gründungsberatung.

Deshalb sollten Gründer auch Coaching- und Beratungsförderungen prüfen. Dazu gehören der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, Vorgründungsberatung in den Bundesländern, EXI-Gründungsgutscheine in Baden-Württemberg, BAFA-Unternehmensberatung nach der Gründung und für Hochschulgründungen EXIST.

AVGS-Gründungscoaching

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein kann für Coaching oder Qualifizierung genutzt werden, wenn Agentur für Arbeit oder Jobcenter die Maßnahme bewilligen. Ein Gründungscoaching kann helfen, Businessplan, Finanzplanung, Marktanalyse, Preismodell und Förderstrategie aufzubauen.

Offizielle Informationen: Bundesagentur für Arbeit – Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein.

EXI-Gründungsgutscheine Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg unterstützen die EXI-Gründungsgutscheine Gründungsinteressierte in der Vorgründungsphase. Nach Angaben von Start-up BW umfasst das Angebot ein kostengünstiges oder kostenloses Basispaket und kann durch geförderte Spezialberatung ergänzt werden.

Offizielle Informationen: Start-up BW – EXI-Gründungsgutscheine.

BAFA-Unternehmensberatung nach der Gründung

Nach der Gründung kann die BAFA-Förderung für Unternehmensberatungen für KMU relevant werden. Die Richtlinie gilt bis 31. Dezember 2026. Innerhalb der Geltungsdauer können förderberechtigte Unternehmen maximal fünf abgeschlossene Beratungen fördern lassen, aber nicht mehr als zwei pro Jahr.

Offizielle Informationen: BAFA – Unternehmensberatung für KMU.

EXIST-Gründungsstipendium für Hochschulgründungen

Für innovative Gründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist das EXIST-Gründungsstipendium besonders interessant. Es unterstützt Teams für zwölf Monate bei der Vorbereitung der Start-up-Gründung.

Nach den offiziellen EXIST-Informationen beträgt die monatliche Förderung je nach Status 1.000 Euro für Studierende, 2.000 Euro für Gründende mit Berufsabschluss, 2.500 Euro für Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen und 3.000 Euro für promovierte Gründerinnen und Gründer. Zusätzlich sind Sachmittel und Coachingbudget möglich.

Offizielle Informationen: EXIST – Gründungsstipendium.

Für wen passt diese Finanzierungsidee?

Diese Idee passt für Gründer, die noch vor der Gründung stehen, ihren Businessplan verbessern wollen, aus Arbeitslosigkeit gründen, eine innovative Hochschulidee verfolgen oder nach dem Start professionelle Unternehmensberatung benötigen.

Was ist der Vorteil?

Beratung kann Kapital ersetzen, weil sie teure Fehler verhindert. Ein besserer Businessplan erhöht außerdem die Chancen bei Bank, Jobcenter, Agentur für Arbeit, KfW, Investoren oder Förderstellen.

Wichtige Vorsicht

Beratungsförderung ist nicht automatisch frei verwendbares Geld. Meist werden konkrete Beratungsleistungen gefördert. Die Anforderungen an Anbieter, Antragstellung und Zeitpunkt müssen genau eingehalten werden.

Welche Finanzierungsidee passt zu welchem Gründer?

Arbeitslosengeld und hauptberufliche Gründung

Prüfen Sie zuerst den Gründungszuschuss. Wenn zusätzlich Investitionen nötig sind, kann KfW StartGeld später ergänzend relevant werden.

Jobcenter-Leistungsbezug

Prüfen Sie Einstiegsgeld und mögliche weitere Leistungen zur Eingliederung in Selbstständigkeit. Ein AVGS-Gründungscoaching kann zusätzlich helfen.

Kleine lokale Gründung

Für Friseur, Handwerk, Café, Dienstleistung, Agentur, Reinigung, Online-Shop oder Werkstatt können KfW StartGeld, Bürgschaft, Mikromezzanin und Beratungsförderung sinnvoll sein.

Innovatives Start-up

Bei Hochschulbezug zuerst EXIST prüfen. Danach können Business Angels, Venture Capital, Landesprogramme, Innovationsgutscheine, Start-up BW oder KfW-/Beteiligungsprogramme folgen.

Unternehmensnachfolge

Für Betriebsübernahmen können KfW StartGeld, ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge, Bürgschaftsbanken, Mikromezzanin und geförderte Beratung interessant sein.

Was Gründer vor dem Förderantrag vorbereiten sollten

Fast jedes Förderprogramm verlangt einen klaren Plan. Deshalb sollten Gründer früh diese Unterlagen vorbereiten:

Businessplan, Lebenslauf, Qualifikationsnachweise, Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan, Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplanung, Zielgruppenanalyse, Wettbewerbsanalyse, Marketingkonzept, Preisstrategie, Angebote, Mietkosten, Versicherungen, private Lebenshaltungskosten und Nachweise über Eigenmittel.

Besonders wichtig ist die Liquiditätsplanung. Viele Gründer rechnen zu optimistisch. Sie unterschätzen Anlaufzeit, Steuern, Krankenversicherung, Marketingkosten, Zahlungsausfälle, Rücklagen und private Kosten.

Typische Fehler bei Gründerförderung

Zu spät beantragen

Viele Fördermittel müssen vor Beginn beantragt werden. Wer zu früh startet, kann Förderchancen verlieren.

Nur nach Zuschüssen suchen

Zuschüsse sind attraktiv, aber nicht immer verfügbar. Förderkredite, Bürgschaften, Coaching und stille Beteiligungen können oft realistischer sein.

Lebensunterhalt vergessen

Gründer planen häufig Website, Ausstattung und Werbung, vergessen aber private Miete, Krankenversicherung, Essen, Auto, Familie und Rücklagen.

Businessplan schönrechnen

Förderstellen und Banken erkennen unrealistische Zahlen. Besser ist eine vorsichtige Planung mit realistischen Umsätzen, Reserven und klarer Kundenstrategie.

Falsches Programm wählen

Nicht jedes Programm passt. Der Gründungszuschuss passt nicht ohne Arbeitslosengeld. Einstiegsgeld passt nicht ohne Jobcenter-Bezug. EXIST passt nicht ohne Hochschul- oder Forschungskontext. KfW ist ein Kredit und kein Zuschuss.

Rechtlich sichere Einordnung

Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung zu Fördermitteln und Finanzierungsideen für Gründerinnen und Gründer. Er ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Fördermittel-, Finanzierungs-, Arbeitsagentur-, Jobcenter-, Bank-, Unternehmens- oder Gründungsberatung.

Ob eine Förderung möglich ist, hängt immer vom Einzelfall ab: persönlicher Status, Arbeitslosengeldanspruch, Jobcenter-Leistungsbezug, Gründungsvorhaben, Standort, Branche, Businessplan, Tragfähigkeit, Bonität, Sicherheiten, Eigenmittel, Fristen, Förderbudget und Bewilligungsentscheidung.

Viele Förderungen sind Ermessensleistungen oder Kredite. Ein Antrag bedeutet keine automatische Bewilligung. Vor Gewerbeanmeldung, Vertragsabschluss, Investition oder Start sollten offizielle Programmseiten und fachkundige Beratung geprüft werden.

Fazit: Die beste Gründerfinanzierung ist oft eine Kombination

Es gibt nicht die eine perfekte Förderung für alle Gründer. Die beste Finanzierung hängt davon ab, aus welcher Situation heraus gegründet wird.

Wer Arbeitslosengeld bezieht, sollte den Gründungszuschuss prüfen. Wer Leistungen vom Jobcenter erhält, sollte Einstiegsgeld prüfen. Wer Kapital für Investitionen und Betriebsmittel braucht, sollte KfW StartGeld und weitere Förderkredite prüfen. Wer zu wenig Eigenkapital oder Sicherheiten hat, sollte Mikromezzanin und Bürgschaftsbanken kennen. Wer noch unsicher ist oder innovativ aus der Hochschule gründet, sollte Coaching, EXI, AVGS, BAFA-Beratung oder EXIST prüfen.

Die stärkste Strategie ist selten ein einzelnes Programm. Oft ist die Kombination entscheidend: Beratung vor der Gründung, Zuschuss für Lebensunterhalt, Förderkredit für Investitionen, Bürgschaft für die Bank und später BAFA-Beratung für Wachstum.

Wer Fördermittel früh prüft, sauber plant und realistische Zahlen vorlegt, startet deutlich besser in die Selbstständigkeit.

Wenn Sie prüfen möchten, ob Gründungszuschuss, Einstiegsgeld, KfW StartGeld, Mikromezzanin, Bürgschaft, AVGS, EXI, EXIST oder BAFA-Beratung zu Ihrer Gründung passt, können Sie über unser Kontaktformular eine unverbindliche Anfrage stellen.

FAQ: Fördermittel für Gründer

Welche Fördermittel gibt es für Gründer?

Wichtige Fördermittel sind Gründungszuschuss, Einstiegsgeld, KfW StartGeld, Mikromezzaninfonds, Bürgschaften, AVGS-Gründungscoaching, EXI-Gründungsgutscheine, BAFA-Unternehmensberatung und EXIST für Hochschulgründungen.

Was ist die beste Förderung für Gründer aus Arbeitslosigkeit?

Bei Arbeitslosengeld ist der Gründungszuschuss besonders wichtig. Bei Jobcenter-Leistungen kann Einstiegsgeld relevant sein. Zusätzlich kann Coaching helfen.

Ist KfW StartGeld ein Zuschuss?

Nein. KfW StartGeld ist ein Förderkredit. Das Geld muss zurückgezahlt werden. Der Vorteil liegt in den Förderkonditionen und dem Zugang über die Hausbank.

Wie viel Kredit gibt es über KfW StartGeld?

Die KfW nennt bis zu 200.000 Euro Kreditbetrag, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel.

Was ist der Mikromezzaninfonds?

Der Mikromezzaninfonds stellt stille Beteiligungen bereit und kann die wirtschaftliche Eigenkapitalbasis kleiner und junger Unternehmen verbessern.

Kann man Fördermittel kombinieren?

Ja, in vielen Fällen ist eine Kombination möglich. Zum Beispiel Gründungscoaching, Gründungszuschuss, KfW-Kredit und später BAFA-Beratung. Die jeweiligen Regeln und Kumulierungsgrenzen müssen geprüft werden.

Wann muss ich Fördermittel beantragen?

Meist vor Beginn des Vorhabens. Wer bereits gegründet, gekauft, beauftragt oder investiert hat, kann bestimmte Förderungen verlieren.

Brauche ich einen Businessplan?

Ja, fast immer. Förderstellen, Banken, Jobcenter und Agentur für Arbeit wollen sehen, dass die Gründung tragfähig ist.

Gibt es Fördermittel für nebenberufliche Gründung?

Ja, manche Programme können auch für nebenberufliche Gründungen relevant sein, zum Beispiel KfW StartGeld. Gründungszuschuss setzt dagegen eine hauptberufliche Selbstständigkeit voraus.

Gibt es Fördermittel für Online-Business oder digitale Gründung?

Ja, wenn das Vorhaben tragfähig ist. Möglich sind je nach Situation KfW StartGeld, Gründungscoaching, BAFA-Beratung, Landesprogramme, Innovationsgutscheine oder EXIST bei Hochschulbezug.

Quellen und weiterführende Informationen

Bundesagentur für Arbeit: Gründungszuschuss beantragen

Bundesagentur für Arbeit: Einstiegsgeld für Selbstständigkeit

Bundesagentur für Arbeit: Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein

KfW: ERP-Gründerkredit StartGeld

BMWE: Mikromezzaninfonds Deutschland

Förderdatenbank: Mikromezzaninfonds Deutschland

BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU

EXIST: EXIST-Gründungsstipendium

Start-up BW: EXI-Gründungsgutscheine

Start-up BW: Gründen in Baden-Württemberg